Die zerstörerische Kraft von freien Radikalen
Freie Radikale (FR) werden erst seit den 60er Jahren wissenschaftlich erforscht. Mittlerweile gibt eine Vielzahl von Forschungsberichten, die belegen, dass freie Radikale, auch ROS genannt, zusammen mit einer weiteren Gruppe von Radikalen, den sog. Radikal Nitrogen Spezies (RNS), Hauptauslöser einer großen Zahl von chronisch degenerativen Erkrankungen in den westlichen Zivilisationen sind.
Auswirkungen von freien Radikalen
Die Aggressivität dieser Sauerstoffatome trägt zur Zerstörung von wichtigen Aminosäuren, Eiweissen und anderen Grundbausteinen des Zellstoffwechsels bei. Freie Radikale beschädigen unser Erbgut, indem sie bestimmte Teile der im Zellkern enthaltenen Nukleinsäuren herauslösen. In der Folge kann es zu vorzeitiger Alterung und im schlimmsten Falle zur Entstehung von Krebserkrankungen kommen. Freie Radikale zerstören auch die Membranen von Zellen und lösen eine Kettenreaktion aus, die als „Lipidperoxidation“ bezeichnet wird. Sie zählt zu den wesentlichen Ursachen für alle Gefässerkrankungen, die z.B. im Schlaganfall, Herzinfarkt oder schweren Durchblutungsstörungen enden können. Immerhin 50 % aller Todesfälle in unserer westlichen Zivilisation sind Folge solcher Gefässerkrankungen.
Auch die immer mehr zunehmenden Allergien sind Folge von Veränderungen unserer Immunzellen, die mit auf die Einwirkung von freien radikalen zurückzuführen sind.
Zusätzlich greifen FR das Zwischenzellgewebe an und sind deshalb zusammen mit Nitritradikalen wie Nitritoxid und Peroxinitrit ( RNS ) auch ein zentraler Auslösefaktor für entzündliche Erkrankungen im Bereich der Muskeln, der Gelenke, der Bänder und der Sehnen . Bei allen Erkrankungen des sog. „Rheumatischen Formenkreises“ spielen FR eine wesentliche Rolle.
Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus, koronare Herzerkrankungen, Gedächtnisverlust, die sog. Altersdemenz, Makuladegeneration, der Graue Star, diabetische Gefässkomplikationen etc. sind Folge der zerstörerischen Wirkung von freien Radikalen. Sehr viel spricht dafür, dass auch die Alzheimer Erkrankung eine Radikalenerkrankung ist, also durch hochdosierte Antioxidantieneinnahme (wie weiter unten in Therapie beschrieben) verhindert, oder zumindest gestoppt werden kann.
Die Antioxidantien
Normalerweise schützt sich der Körper vor der Aggressivität dieser Stoffe durch sog. Antioxidantien, denn auch beim Gesunden werden in begrenztem Umfang freie Radikale gebildet. Diese werden aber durch Enzyme, Vitamine und andere pflanzliche Stoffe aus der Nahrung, die antioxidativen Charakter haben, neutralisiert. Dies ist nur dann möglich, wenn zwischen der Menge an freien Radikalen und der Menge an Antioxidantien im Körper eine Art Gleichgewicht besteht.
Mit Antioxidantien sind in erster Linie Vitamine, wie Vitamin C, E, A, D und B2 gemeint. Aber auch Stoffe wie Zink, Selen und viele pflanzliche Stoffe, wie die Bioflavonoide, wirken antioxidativ..
Während beim Gesunden ein ausgewogenes Verhältnis von freien Radikalen zu Antioxidantien besteht, führt ein relativer Anstieg von freien Radikalen zu den oben genannten Erkrankungen, da die im Körper zur Verfügung stehenden Antioxidantien zur Kontrolle und Neutralisierung der freien Radikalen nicht mehr ausreichen. Dies trifft auch aufMenschen zu welche sich subjektiv „gesund“ fühlen.
Hier besteht also ein relativer Antioxidantien- oder Vitaminmangel, der auch durch z.B. vegetarische Kost oder reichlichen Verzehr von frischem Obst nicht mehr ausgeglichen werden kann. Je nach Höhe des Freien-Radikalen-Spiegels besteht dann z.B. ein Vitamin C Bedarf, der nur noch durch die Aufnahme von 250 – 500 Zitronen/Tag gedeckt werden könnte!
Was ist wissenschaftlich belegt?
Was sind nun die Ursachen, für die in unserer Zivilisation so häufig auftretende Erhöhung von Freien Radikalen, ROS und RNS, deren messbare Auswirkung man auch oxidativen Stress (bezw. nitrosativen Stress) nennt?
- 1. Sehr viele chemische Substanzen, wie wir sie in unserer toxisch belasteten Umwelt durch die Nahrungsmittelkette aufnehmen (was auch für biologisch angebaute Nahrungsmittel, die ganz sicher weniger belastet sind, gilt). Eindeutig belegt wurde dies durch die ausführlichen Untersuchungen der WWF (Worldwide und for Nature), die bei 40 EU Parlamentariern ausnahmslos bis zu 76 verschiedene Chemikalien im Blut nachweisen konnten, der größte Teil davon carcinogener Natur! (veröffentlicht 2003).
In einer weiteren Studie der WWF konnte diese an 13 Umwelt- und Gesundheitsministern der EU-Staaten eine ebenso hochgradige toxische Belastung mit 55 verschiedenen Chemikalien, darunter PCB und DDT nachweisen. - 2. Eine grosse Zahl von Medikamenten, wie die Antibabypille, Paracetamol, ein selbst bei Kindern häufig angewandtes, fiebersenkendes Schmerzmittel, alle Antibiotika, viele blutdrucksenkende Medikamente, die grosse Gruppe der Psychopharmaka, viele Schmerzmittel und Neuroleptika, synthetische Hormone, die oft bedenkenlos bei Frauen im Klimakterium verordnet werden, und andere mehr, erhöhen zum Teil drastisch den Blutspiegel an freien Radikalen. Die meisten der beschriebenen Nebenwirkungen dieser Substanzen sind nichts weiter als die Folge der durch sie ausgelösten Erhöhung von freien Radikalen.
So führt z.B. die Einnahme der Antibabypille sowohl bei jungen Frauen als auch bei Frauen im Klimakterium zu gehäuft aufretenden Schlaganfällen und Herzinfarkten, zu Durchblutungsstörungen, Thrombosen, Embolien, zur Bildung gutartiger Lebertumore und gehäuft auftretendem Brustkrebs. Dies hat die erst im Jahre 2001 deswegen vorzeitig abgebrochene WHI-Studie (Women´s Health Intervention Study) deutlich gezeigt.
Hier traten bei 16000 Frauen mit Hormoneinnahme im Klimakterium die beschriebenen ernsten Komplikationen und Folgeerkrankungen weit häufiger auf als in einer Vergleichsgruppe von Frauen, die keine Hormone eingenommen hatten. Eine Fortsetzung der Studie war deshalb aus ethischen Gründen nicht vertretbar. - 3. Eine ebenso gefährdete Gruppe sind aktive Leistungssportler, und all jene, die im Rahmen der boomenden Fitnesswelle für einen erhöhten Sauerstoffverbrauch ihrer Zellen sorgen. Ein konstant arbeitender Muskel hat einen um den Faktor 100 erhöhten Sauerstoffverbrauch gegenüber dem Ruhezustand! Dementsprechend muss es zwangsläufig zu einer Erhöhung freier Radikale kommen, die auch beim Gesunden zu mindestens 1-2 % (je nach Konstellation findet man auch 5-15 %) aus den in die Zelle aufgenommenen Sauerstoffatomen entstehen.
Für die unterschiedlichsten Sportarten wurden bei Messungen z.B vor einem Wettkampf und danach, zum Teil extreme Anstiege der freien Radikalen gemessen. So steigen die Freie-Radikalen-Spiegel bei Softball, Baseball, Triathlon und Golf um durchschnittlich 40,2 % , bei Langstreckenläufern gar um 60,7 %. Der Freie-Radikalen-Spiegel wird dabei von einem vielleicht nur schwach toxischen Bereich in einen Bereich angehoben, der als sehr schädigend anzusehen ist.
Bei Radrennfahrern, die an einem Langstreckenrennen teilgenommen haben, wurde der Freie-Radikalen-Spiegel davor, direkt danach, 2 Tage später und nach 10 tägiger Behandlung mit Antioxidantien gemessen. Direkt nach dem Rennen konnte ein Anstieg von 68,5 %, 2 Tage danach von immer noch 32,4 % und nach 10 tägiger Antioxidantienbehandlung dann ein Abfall um 8,9 % gegenüber dem Ruhewert, der schon diskret erhöht war, gemessen werden. Herz, Gehirn, Lungen, sämtliche Organe und Gewebe von Leistungssportlern sind deswegen der Bedrohung durch freie Radikale ausgesetzt.
Für Sportler und Fitnessbegeisterte ist es daher wichtig, schon eine halbe Stunde vor einem Wettkampf oder sportlicher Aktivität eine ausreichende Menge an Antioxidantien, die proportional der ausgeübten Sportart angepasst sein muss, einzunehmen, um die oben beschriebenen Organ- und Gewebsschädigungen zu vermeiden. Eine Ernährungsumstellung kann ebenfalls sinnvoll sein, ist aber alleine in der Regel völlig unzureichend. - 4. Weitere Ursachen für die Erhöhung des Freie-Radikalen-Spiegel sind: Nikotin, Alkohol, Ozoninhalation, UV-Strahlung, Röntgenstrahlung und psychischer Stress sowie die Aufnahme von Schwermetallen, die zusammen mit den genannten Umweltgiften (PCP, PCB, Lindan etc.) ganz generell als die Hauptursachen von z. T. extremen Anstiegen des Freie-Radikalen-Spiegels anzusehen ist.
- 5. Es liegen insgesamt 34 wissenschaftliche Studien vor, die statistisch signifikant beweisen, dass das Krebsrisiko bei erhöhter Vitamin-C-Aufnahme deutlich sinkt. Diese betreffen Tumore der Speiseröhre, des Mundes, der Luftröhre, der Lunge, der Bauchspeicheldrüse, des Darmes, der Gebärmutter und des Enddarms. (Andreas Jopp, “Risikofaktor Vitaminmangel”, Seite 38; Haug Verlag 2002). In ähnlicher Weise, wissenschaftlich eindeutig belegt, wirkt sich die erhöhte Einnahme von Vitamin D3 krebsvorbeugend aus.
Diagnostik
Es ist wichtig zu betonen, dass die oben geschilderten Folgewirkungen erhöhter freien Radikalen durch eine kontrollierte, individuell angepasste Einnahme von Antioxidantien verhindert werden können. Dazu bedarf es aber unbedingt einer vorherigen Messung der freien Radikalen, damit die jeweils individuelle Dosis herausgefunden wird und durch Kontrollen der Freie-Radikalen-Spiegel in grösseren Zeitabständen überwacht wird.
Therapie
Die Einnahme von Multivitaminpräparaten oder minderqualitativen Vitamin-C-Präparaten ist in der Regel völlig unzureichend und dient, wie ein Placebo, eher der Selbstberuhigung, denn einer effektiven Absenkung von freien Radikalen. Dies betrifft besonders jene Präparate, die in Supermarktketten, aber auch in Apotheken, z.B als sehr billiges Vitamin-C-Pulver, angeboten werden. Die hier empfohlenen Vitaminmengen, bei noch dazu schlechter Qualität und damit unzureichender Aufnahme in die Blutbahn, entsprechen oft nicht einmal dem Hundersten der zur Prävention chron. Erkrankungen nötigen Vitamin-dosis.
So kann der reale Bedarf zur Absenkung freier Radikaler bei 15 g Vitamin C/Tag und mehr liegen, wobei Vitamin C Präparate mit hohem Bioflavonoidanteil bis zu 30 x so stark wirken wie eine vergleichbare Menge reiner Ascorbinsäure (Vitamin C). Damit die freien Radikalen verlässlich abgesenkt werden können, sind zusätzlich noch höhere Dosen von Vitaminen der Gruppe B2, A, E und D sowie die Zugabe von Zink, das auch antioxidativ wirkt, erforderlich, da die isolierte Einnahme nur einzelner Vitamine in hohen Dosierungen auch nachteilige Auswirkungen haben kann.
Es ist wesentlich, darauf hinzuweisen, dass diese Vitaminkombination zugleich den Körper von jenen sonst nicht abbaubaren Umweltgiften befreien kann, die zugleich eine der Hauptursachen für den pathologischen Anstieg der freien Radikale in unseren Zellen sind.

Frage: mein lebensgefährte hat 2006 eine 5 fache bypass Op gehabt, die er eigentlich organisch gut überstanden hat, die psyche hat aber sehr gelitten.
8/2009 der ausbruch einer schweren psychose (möglicherweise eine schizophrenie)
nun muss er natürlich viele Herz Medikamente nehmen. Jetzt kommt noch das neuroleptikum hinzu. in form Depot spritze. sowie noch 100mg Ciatyl Z Tropfen. prio tag. anfänglich sehr hoch dosiert, 13-29.9.09
15 tage nach der entlassung habe ich angefangen die dosierung zu reduzieren, heute bekommt er keine tropfen mehr, aber alle 3 wochen das Depot (anfänglich alle 2 wochen). natürlich mit absprache der Neurologin. die medikation bekommt ihm im momment “gut” abert die nebenwirkungen sind da. da wir noch mehr reduzieren möchten wäre mein frage ob ich Vitamine zusätzlich verabreichen könnte und was am besten wäre.?
würde mich sehr freuen auf eine antwort von Ihnen. Vielen Dank im voraus Dana
(das Depot möchte ich natürlich nochmal um 1 woche verschieben auf 4 wochen.